Vier Legislaturperioden des totalen Versagens und hier stehen wir nun. Die Ungerechtigkeit wird nicht an ihren Wurzeln gepackt, weil man ja gar nicht will, dass das Fußvolk gerecht behandelt wird. Gerechte Behandlung hieße, mehr Ausgaben für die Sozialsysteme. Man behandelt also Menschen, nach dem Würfelprinzip oder vielleicht sogar einfach Jeden, sozial ungerecht und verlässt sich auf die Quote derjenigen, die vor Gericht bis zum Äußersten gehen. Die bezahlt man dann, unterschlägt den Schadenersatz und spart dadurch Milliarden. Der Rest gibt schließlich schon vor der ersten Runde auf.

Doch hat es der Staat wirklich so vorgesehen, dass alle Sozialträger und Behörden gleichzeitig auf Vernichtungskurs gehen oder ist es reiner Zufall, dass wir gleichzeitig von allen in Anspruch genommenen hessischen Behörden ruiniert worden sind und ohne einen Cent Geld nun gegen diese schweren Menschenrechtsverletzungen vorgehen müssen?

Muss man gleichzeitig an vielen Fronten vor Gericht kämpfen wird es schwer. Vor allem dann, wenn ein Anspruch vom jeweils Anderen abhängt und das Gericht diese Tatsache einfach nicht erkennen will oder aus formgründen verwirft. Kann man dann noch einen, bzw. gleich mehrere Anwälte nicht finanzieren, kann man nur noch selbst klagen oder einfach sterben. Also wähle ich die einzig sinnvolle Option an dieser Stelle. Wie gesagt, selbst gesunde Anwälte würden bei üblicher Bezahlung hier das Handtuch werfen, bzw. ihren vollen Terminkalender erwähnen.

Leider bin ich auch schwer krank und nehme – sofern sie mir mal zur Verfügung stehen – auch ein paar echte Hammerpräparate, damit mein Körper nicht den Geist aufgibt (hübsche Metapher). Doch wie gelingt es eigentlich, sich selbst vor Gericht zu vertreten, gleichzeitig dabei so objektiv wie möglich zu bleiben und sachlich genug, dass Gericht nicht aus Versehen mit unsachlichen und subjektiven Bemerkungen zu verärgern?

Es ist schon manchmal eine Kunst an sich, das Schreiben eines Gerichts in der Hand zu halten, welches zum Beispiel zu einer Stellungnahme eines Anhangs der gegnerischen Partei auffordert und dabei – gerade in einer katastrophalen Eigensituation – die Ruhe zu bewahren und zu erkennen, dass das Gericht einem selbst gar nichts will, sondern nur den Sachverhalt aufklären möchte. Aufgrund der teilweise komplexen Formulierungen fällt es einem manchmal wirklich schwer. Erst recht, wenn die Gegenseite mit teils unmenschlichen und rücksichtslosen Mitteln kämpft, erwischt man sich oft selbst dabei, wie man gern schriftlich auf den Gegner „einprügeln“ möchte.

Dies ist jedoch oft genau der falsche Weg und genau dafür gibt es ja Anwälte, die hierfür ein geschultes Auge haben und sachlich nüchtern auf die Angriffe der Gegenseite reagieren können. Kannst Du dir keinen Anwalt leisten, dann musst Du selbst in diese Rolle springen. Du musst Dich quasi selbst von außen betrachten und objektiv beurteilen. Du musst vorher abschätzen, ob deine nächste schriftliche Aussage Dich eventuell selbst vor Gericht diskreditiert. Du musst Dich sowohl in den Richter / die Richterin und in die gegnerische Partei hineinversetzen. Tu einfach so, als wärst Du der gegnerische Anwalt und würdest gerade das Schreiben erhalten haben und lesen, welches Du verfasst hast. Suche das Haar in der Suppe und gehe in Gedanken gegen Dich selbst vor. Halten Deine Argumente der Gegenseite stand, sind die Beweise erdrückend genug, ist eine Rechtsgrundlage gegeben, die man recherchieren, evtl. sogar durch öffentlich zugängliche Urteile untermauern kann? Was sagen die höchsten, gerichtlichen Instanzen zu solchen Sachverhalten?

Man sieht an dieser Stelle, es ist gar nicht so einfach und verlangt einem – gerade, wenn man rechtlich völlig unbewandert ist – einiges ab. Wenn man jetzt noch Medikamente nimmt, die Einfluss auf das Bewusstsein haben oder einem diese vorenthalten werden und dann Entzugserscheinungen eingetreten sind, erhöht das den Schwierigkeitsgrad beträchtlich. Noch ein viel größeres Problem dabei ist die Tatsache, dass man zwar selbst seine eigenen Sachverhalte kennt, aber im Endeffekt der Richter oder die Richterin darüber entscheiden muss. Führt man gleich mehrere Verfahren gleichzeitig und sind dann noch die Sachverhalte voneinander abhängig, dann wird es so richtig kompliziert. An dieser Stelle werfen einige Anwälte die Flinte ins Korn, bzw. erteilen eine freundliche Absage, weil Sie selbst den Überblick verlieren.

Richter halten einen auch vielfach dazu an, sich nur auf die wesentliche Bestandteile eines Sachverhaltes zu konzentrieren und wollen oft die „Geschichte drum herum“ nicht wissen. Die Gegenseite argumentiert dann häufig, dass diese Sachverhalte nicht rechtserheblich sind und bekommen damit oft Recht. Dem eigentlichen Begehren fehlt es dann oft an der Grundlage und es ist noch schwerer, seine Anliegen durchzusetzen. Nun könnte man an dieser Stelle argumentieren, dass Deutschland doch für solche Fälle die Beratungshilfe kennt. Nun, ich habe eine Menge sicher geglaubter Verfahren verloren, die auf Beratungshilfe fußten. Eine Rechtsanwältin war mal so freundlich mir zu erklären, dass die Beratungshilfe nur einen begrenzten Satz darstellt, den Anwälte dann ausbezahlt bekommen. Darüber hinaus gibt es wohl eine Verpflichtung, eine bestimmte Anzahl dieser Fälle anzunehmen.

Kurz zur Erklärung: Du bist ein Bauunternehmer und sollst ein Haus bauen. Dafür bekommst Du in der Regel zwischen 200.000,- bis 500.000,- Euro als Beispiel. Das Gesetz verpflichtet Dich nun, dafür dass Du deinen Beruf ausüben darfst, einmal pro Jahr ein soziales Bauprojekt durchzuführen. Dafür bekommst Du aber nur 5.000,- Euro. Wird das soziale Bauprojekt, in seiner Qualität und in seinem Umfang, den anderen Bauprojekten entsprechen? Beim Ersten vielleicht, beim Zweiten eventuell noch, aber beim Dritten, Vierten, Fünften?!

Ohne Namen zu nennen, ich habe bei einer Verhandlung, die auf Beratungshilfe basierte, schon neben einem völlig stummen Anwalt gesessen, der mich dann auch noch zur Zurückhaltung auffordern wollte, als die Gegenseite mit völlig, an den Haaren herbeigezogenem Schwachsinn, mündlich auf mich einprügelte. Ich konnte an der Reaktion des Richters ablesen, dass ich gleich mit einer Menge Ärger aus dem Gerichtssaal gehen würde. Hätte ich nicht meinen Mund aufgemacht, meinem Anwalt während der Verhandlung das Mandat entzogen und mich verteidigt, ich hätte für einen Sachverhalt bezahlt, der auf einem Betrug der Gegenseite basierte. Und derart schwache Verteidigungsversuche von „Beratungshilfe-Anwälten“ waren bei mir leider kein Einzelfall und die Erfahrung zeigt mir einfach, ohne Anwalt, mit Beratungshilfeschein, war ich da besser dran.

Außerdem gibt es noch eine kleine, zusätzliche Hürde. Denn zunächst muss die Beratungshilfe beantragt werden und auch hier gibt es eine Menge Pferdefüße.

Aber, ich schweife ab. Wie verteidigt man sich denn nun selbst? Ich versuche dabei eine Person zu werden, die das Geschehen um mich herum unbeteiligt betrachtet. Es gibt eine Menge Leute die so ein Vorgehen jetzt als pathologisch einstufen würden und vermutlich haben sie damit sogar recht. Denn schließlich schreibe ich über mich selbst in Gerichtsschreiben, in der Dritten Person. Beim ersten Mal ist mir das nicht einmal aufgefallen, dass ich nicht geschrieben hatte: „[…] ich beantrage hiermit […]“, sondern „[…] der Antragsteller beantragt […]“. Es stellte sich jedoch heraus, dass es viel einfacher ist, die eigene Situation sachlich zu beschreiben, wenn man gar nicht man selbst ist, sondern in die Rolle eines Prozessbevollmächtigten schlüpft, der das Geschehen unvoreingenommen bewertet und dem Gericht dann Bericht erstattet.

Es funktioniert nicht immer wie erwartet und oftmals muss ich meine eigenen Schreiben mehrfach lesen, um dann festzustellen, dass mein Vorgehen zu aggressiv und nicht sachlich orientiert ist. Manchmal vergeht ein ganzer Tag, bis eine Klageschrift fertig gestellt ist, um dann festzustellen, dass sie besser in den Schredder gehört und neu verfasst werden muss.

Dies bestimmt seit einem Jahr meinen Alltag und lässt keinen Spielraum für irgendetwas anderes mehr. Zu einem Fachanwalt gibt es nur drei entscheidende Unterschiede: 1. ich muss viele Rechtsgebiete gleichzeitig abdecken, 2. ich habe nicht die geringste rechtliche Ausbildung, 3. ich werde dafür nicht bezahlt und kämpfe ums nackte Überleben.

Hier ist meine aktuelle Prozessliste. Sie besteht aus Verfahren, die leider geführt werden müssen, da einige Behörden, Institutionen und Unternehmen vermutlich auf Beschiss und Vernichtung gepolt sind. Hinnehmen kann man das leider nicht einfach, denn das würde im Endeffekt nicht nur die Existenz meiner Tochter gefährden und die Gesundheit meiner Frau, sondern vermutlich auch meinen Tod bedeuten. Zu melodramatisch? Nicht einmal im Ansatz. Habt bitte Verständnis dafür, dass ich nicht alles veröffentlichen kann, denn oftmals verhindern Gesetze (ich kenne bei weitem nicht alle), das Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

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