Klage gegen die AOK

Klage gegen die AOK

Die erste, gewollte Klage gegen die AOK Hessen, hat nun auch endlich ein Aktenzeichen. Gewollt deshalb, weil man erst wenige Wochen zuvor von Amtswegen her ein Verfahren in die Wege leiten wollte, welches von mir jedoch nicht gewünscht war. In dem ER-Verfahren geht es um die simple Tatsache, dass die AOK keine Zuzahlungsbefreiung erteilt.

Und diese benötige ich dringend, nachdem man weder Krankengeld zahlt, noch das an dieser Stelle eingesprungene Jobcenter, sich an Artikel 2 Abs. 2 des Grundgesetzes halten will.

Erwartungskonform behauptet die Antragsgegnerin in dem heute vom Gericht zugestellten Schreiben, sie hätte keinen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung von mir erhalten. Offenbar gibt es in Hessen ein ungeschriebenes Verwaltungsgesetz, das sinngemäß lautet: „Wenn Kunde vor Gericht zieht, dann haben wir vorher noch nie von ihm gehört“. Wenn das Einer macht, dann ist das ärgerlich. Wenn das Alle machen, kommt ein beispielloser Sozialskandal dabei heraus.

Meine Medikamente gibt es nur auf spezielles Betäubungsmittelrezept und ich bekomme sie sicherlich nicht nur aus Spaß. Ein abruptes Absetzen zieht unweigerlich einen kalten Entzug nach sich, von den wiedereinsetzenden Problemen mal ganz abgesehen.

Wenn jemand, hypothetisch gesprochen, Medikamente nicht beziehen kann, weil eine Krankenkasse vor Gericht dreist lügt, um vielleicht dadurch ein paar Euro zu sparen, reden wir dann noch über einen Kavaliersdelikt, eine fehlerhafte Ermessensentscheidung oder unter Anderem über vorsätzliche Körperverletzung im Amt, strafbar gemäß § 340 StGB?

Ich muss nun beweisen, dass ich vor über einem halben Jahr einen Antrag gestellt habe, der entweder zufällig gerade nicht auffindbar ist oder aus Versehen geschreddert wurde. Während dieses Verfahren und seine Parallelverfahren laufen, sitze ich sprichwörtlich auf dem Trockenen, muss mal wieder mit Entzugserscheinungen leben, irgendwie diese Höllenschmerzen ignorieren, während ich mein Kind versorge und gleichzeitig das Gericht davon überzeugen muss, dass die Antragsgegnerin unrecht hat.

Wir reden hier über eine Zuzahlungsbefreiung. Einen scheiß Zettel. Und genau dafür quält eine Krankenkasse – dessen Primärfunktion es eigentlich seien sollte, ihre Mitglieder gesund zu halten – gerade einen Menschen. So funktioniert unser kaputtes Rechts- und Gesundheitssystem. Hochgerechnet ergeben sich für die Kassen dadurch vermutlich einige Einsparmöglichkeiten, was die Jahresüberschüsse erklären könnte. Die dadurch kaputt gemachten Existenzen, Jobs, Aufträge, etc. dürften auf der Wirtschaftsseite vermutlich jährlich 7 – 10 stellige Schäden verursachen, wenn ich mal kurz schätzen und die Folgeschäden außen vor lassen darf.

Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes, liebe AOK:

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

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