Giftköder in Heimbach

Giftköder in Heimbach

Kann es noch etwas schlimmeres geben, als in einer sozialen Ausnahmesituation zu stecken, die ausnahmslos von einem Haufen inkompetenter, kranker, egoistischer oder gar korrupter Idioten, vielleicht sogar dessen hirnloser Mitläufer verursacht worden ist? Dann stell Dir doch einfach mal folgende Situation vor…

Zuchthündin Bambam, BRN30648 – Ist einem feigen Giftanschlag entkommen

Du hast gerade über ein halbes Jahr gegen die Willkür eines Jobcenters, die Korruption einer Gemeinde, den kranken Wahn einer Krankenkasse und noch gegen zahlreiche andere Trottel geklagt, die Dein Leben in Schutt und Asche gelegt haben. Und auch wenn nun ein Licht am Ende des Tunnels aufflackert, Du musst noch immer weiterkämpfen und bist noch lange nicht am Ziel. Weil Du kein Druckerpapier mehr hast, bewegst Du Dich mit dem einzigen treuen Freund, eines schönen Tages nach Draußen. Dein Vierbeiner, der in der ganzen schweren Zeit nicht einmal von deiner Seite gewichen ist, ist dein treuer Begleiter, Dein Schatten der Dich am Leben hält. Und Druckerpapier brauchst Du schließlich, damit Du auch weiterhin in Absurdistan um Deine Grundrechte klagen kannst. Und das musst Du auch, denn die sich selbst vergötternden und gerade erst um Hilfe gebetenen Sechs-Prozent-Demokraten, interessieren sich ebenfalls einen Scheißdreck für Dich und das hilft Dir nicht wirklich weiter.

Du gehst also, schwer gesundheitlich angeschlagen und kaum noch laufen könnend, zum Einkaufen und investierst das Geld, was Du eigentlich zum Essen und zum Besuchen Deines Kindes brauchst, in eben dieses Druckerpapier. Als Du vom Einkaufen zurück nach Hause kommst, stürmt Dein treuer, vierbeiniger Freund plötzlich und wie angestochen, zum Zaun vor dem Eingang deiner Wohnung. Da Du glücklicherweise unendlich viele Stunden in die Begleit-, Schutz- und Fährtenhundeprüfung investiert hast, reicht ein einziges lautes „AAAUUUSS“ und Dein Hund bleibt regungslos stehen.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der treueste Freund des Menschen, in dieser Situation, nicht gehört hätte. Denn als Du näher zum Zaun kommst, erkennst Du es: ein mit einer seltsamen Substanz versehenes Stück Schinken, eingerollt und übel riechend, liegt direkt auf dem Grund deiner Wohnung. Und eines ist sicher: das lag beim Weggehen noch nicht da!

In so einer Situation geht Dir nur noch Eines durch den Kopf, bevor dieser anfängt, weitere Worst-Case-Szenarien zu erforschen: Du steckst seit einer gefühlten Ewigkeit in der Scheiße, weil ein Haufen Behörden und deren Handlanger, sowie ein paar dämliche Trottel, dich mit ihrer Schlamperei von deiner Familie getrennt haben, deinen Arbeitsplatz vernichteten und Dich schon fast an den Rand des Selbstmordes getrieben haben und dann kommt irgend so ein kleinpimmeliges Arschloch und will das einzige, auf grausamste Art und Weise ermorden, was Dir noch bleibt; deinen Hund.

Sollten Sie feige ermordet werden, weil jemand ihr Herrchen nicht mag?

Kurz danach geht Dir durch den Kopf, was passieren würde, wenn Dein Kind jetzt hier wäre und hätte den zum Töten dort abgelegten Giftköder nun aufgehoben. Nun, wir lassen uns von den Kritikern an dieser Stelle jetzt nicht irritieren, die da nun schreien: „Warum sollte ein Kind einen Hundegiftköder essen?“, denn die Staatsanwaltschaft sagt bei so etwas nicht ganz grundlos häufig, der Täter nimmt billigend den Tod von Unschuldigen in Kauf. Na klar, vielleicht steckt das Kind nicht den Giftköder in den Mund (Kinder stecken ja sonst auch nichts in den Mund, was nicht genießbar ist), aber die Finger, mit dem der Giftköder angefasst wurde, ganz bestimmt. Und was dann? Vermutlich würde niemand auf die Idee einer Vergiftung kommen, wenn Kind und Eltern ins Bett gehen, einschlafen und das Gift im Schlaf zu wirken beginnt. Ich will das jetzt nicht noch weiter ausschmücken, das sollte für Jedermanns schlechte Fantasie genügen.

Nur leider ist das vorgenannte Gedankenexperiment nicht ganz so hypothetisch, wie ich es an dieser Stelle gerne hätte. Denn eben einen solchen Giftköder hat mein Hund, vor meiner Haustür gefunden und das ist auch nicht das erste Mal. Nun, ich gehe in erster Linie mal davon aus, das der Täter, der hier billigend den Tod von Unschuldigen in Kauf genommen hat, damit vermutlich gezielt meinen Hund umbringen wollte. Das einzig wirklich spannende an der Sache ist nur, dass ich in einem sehr kleinen Dorf lebe, fast am Ende einer Quasi-Sackgasse. Ich kann also eine Hypothese ganz sicher ausschließen: Jemand kam in eines der abgelegensten Dörfer im Schwalm-Eder-Kreis, ist in die Quasi-Sackgasse gefahren, hat von allen Häusern im Dorf dann das ausgewählt, in welchem ich wohne (weil man an der Ziegelform des Daches oftmals erkennen kann, ob Hundehalter dort wohnen oder nicht), um dann seinen einzigen Giftköder auf das Grundstück meiner Wohnung zu legen.

Ich gehe da ja eher von einer ganz anderen Faktenlage aus. Leider verhindert die jüngst eingemerkelte Datenschutzgrundverordnung, die die Täter vor den bösen Opfern schützen soll, dass der Täter sofort überführt werden kann. Egal wie, es ist und bleibt versuchter Mord. Nun mag der Anwalt der Gegenseite vermutlich jetzt schon schreien, dass Tiere eine Sache sind und es höchstens Sachbeschädigung seien kann. Nun nicht so ganz Herr Anwalt, denn Körperverletzung kommt hier auch noch oben drauf, nämlich beim Hundehalter, wenn so ein Tier unnatürlich verstirbt. Und so ein austrainiertes IPO Exemplar in Zucht, käme den mordlustigen Mandanten nicht gerade billig, also wäre ich sehr vorsichtig mit der Begrifflichkeit der „Sachbeschädigung“ und Worten wie „höchstens“, vor allem wenn der Mandant finanziell selbst nicht so rosig da steht. Aber das sind jetzt bestenfalls nur Annahmen und noch wurde auch noch niemand verletzt, denn zum Glück spielen hier im Augenblick keine Kinder und der Giftköder ist nun ein verschweißtes Beweisstück.

Ich würde jetzt zu gern an dieser Stelle äußerst unsachlich werden, gerade weil jemand hier, im Schutze meiner Abwesenheit, durchs Dorf geistert und versucht meinen Hund umzubringen. Ob er nun dem Hund oder mir damit schaden will ist mir völlig egal, denn den Rest überlasse ich der Staatsanwaltschaft. Aber Unsachlichkeiten würden jetzt nur dem Täter helfen.

Eine Sache würde mir hier zu denken geben, wenn ich so ein völlig kranker, den Tod von Menschen in Kauf nehmender, eiskalter Hundemörder wäre, der ich zum Glück nicht bin und niemals seien werde.

Wenn jemals auf mich zurückfallen würde, dass ich an der sozialen Situation des Menschen, dessen Hund ich unbedingt ermorden will – nicht weil er mich stört, sondern weil ich damit Herrchen oder Frauchen treffen will, um mich dann mit meinen Kumpels im Bierkeller über deren Trauer und Leid gemeinschaftlich zu ergötzen – maßgeblich beteiligt war, könnte ich dann noch in den Spiegel schauen?

Es muss eine echte, zu feiernde Mannestat sein, einen Familienhund zu ermorden, nur weil man das Leid einer Familie noch steigern will, um sich dann daran aufzugeilen und das in feucht fröhlicher Runde zu feiern. Ihr müsst besonders tolle Menschen sein, wenn ihr sowas gut findet. Ihr müsst vor allem noch viel bessere Menschen seien, wenn ihr das stillschweigend toleriert oder zu solchen Taten animiert oder sogar Beifall klatscht. Wer jetzt noch im Bierkeller darauf anstößt, der muss einfach an der Spitze der Evolutionsleiter stehen.

Was mich abschließend noch interessieren würde, würde man – so als professioneller Hundekiller – das auch öffentlich im Gesichtsbuch posten, z.B.: „Yeahhh, habe heute Giftköder bei dem arbeitslosen Sozialschmarotzer platziert. Mal sehen wie blöd der guckt, wenn sein Köter morgen verreckt ist. Das hat er nun davon, dass er hier her gezogen ist…“? Nun, ich hätte auch einfach schreiben können, in Heimbach wurde ein Giftköder gefunden, aber dieser wurde nicht grundlos und schon gar nicht zufällig da platziert und es ist nicht das erste Mal. Zum Glück habe ich bis jetzt alle vorher gefunden.

Sozialskandal made in Germany

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